Die originalgetreu rekonstruierte Fassade der Orangerie

Blick über den Orangeriegarten

Zitronenbaum im Orangeriegarten



Mit der Orangerie verfügt Schloss Hof über eine technische und kulturgeschichtliche Preziose von besonderer Bedeutung, denn das für Prinz Eugen errichtete und nun in höchstem Maß authentisch revitalisierte Gewächshaus ist eines der größten und eindrucksvollsten barocken Bauten seiner Art.
Prinz Eugens leidenschaftliches Interesse an der Pflanzenwelt fremder Länder fand nicht zuletzt in der Schloss Hofer Orangerie eindrucksvollen Niederschlag. Mit ihr schuf Architekt Johann Lucas von Hildebrandt einen würdigen Rahmen für die botanischen Kostbarkeiten, die der große Feldherr vornehmlich aus dem Mittelmeerraum und Ostindien nach Schloss Hof schaffen ließ. Sommers wurden die exotischen Pflanzen in zwei spiegelgleichen Paradiesgärten dekorativ zur Schau gestellt. Im Winter übersiedelten sie in zwei dahinter liegende Gewächshäuser, die schon von den Zeitgenossen als architektonische und technische Meisterleistungen bewundert wurden. Vor allem die großflächige Verglasung der Südfassade und ein neu entwickeltes unterirdisches Beheizungssystem bedeuteten Neuerungen von geradezu revolutionärer Kühnheit.

Niedergang und Verfall

So prachtvoll und zukunftsweisend das Ensemble  auch war, so rasch erlosch sein Glanz nach dem Tod Prinz Eugens. Immun gegen diese Art von Herrlichkeit, reduzierte die Erbin des Feldherrn die Aufwendungen für Pflege und Erhaltung so sehr, dass nur die robustesten Pflanzen überlebten. Mit der Übernahme durch die kaiserliche Familie 1755 fand das exotische Pflanzenleben auf Schloss Hof ein Ende. Kaiser Franz Stephan ließ die noch vorhandenen Pflanzenbestände in sein neu errichtetes botanisches Zentrum auf Schloss Schönbrunn übersiedeln und die Glashäuser auf Schloss Hof zu Wohnbauten für das Gesinde umgestalten.

Die glanzvolle Revitalisierung

Trotz dieser tiefgreifenden Umbauten und ungeachtet der schmerzlichen Tatsache, dass die originalen Baupläne längst in Verlust geraten sind, ist es im Zuge der Revitalisierung von Schloss Hof gelungen, die alte Pracht authentisch zu rekonstruieren. Bautechnische und gartenarchäologische Untersuchungen erschlossen den Experten ein so scharf konturiertes Bild vom barocken Originalzustand der Glashäuser, dass eine detailgenaue Wiederherstellung möglich war. Von der Anstrichfarbe der hölzernen Trägerkonstruktion über die Bleiglas-Front bis zur Heizanlage präsentieren sich das östliche Gewächshaus und der vorgelagerte Garten heute weitgehend wieder so wie zur Zeit Prinz Eugens. Und dank umfangreicher historischer Recherchen und ausgedehnter Suchfahrten durch Italien sind inzwischen auch wieder subtropische Pflanzenraritäten nach Schloss Hof zurückgekehrt.

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